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Presse 2001 - 2005 |
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SÜDKURIER vom 19.12.2005
Winterwelt und Weihnachtsklang
Stadtmusik begeistert bei Konzert in der Jahnhalle
Es war perfekt: draußen eine wunderschöne Winternacht, drinnen Melodien, so harmonisch und melodisch, wie es sich der Besucher eines Weihnachtskonzertes nur wünschen kann. Und Besucher waren es viele, über 500, die zum Konzert des Stadtmusik Stockach in die Jahnhalle gekommen waren.
Unter das Thema „Altes und Neues“ hatte Musikdirektor Helmut Hubov das Programm gestellt und es war dann auch so, wie Markus Gnirß, der informativ und galant wie immer durch den Abend führte, angekündigte hatte: schon Bekanntes wurde mit Freude wiederentdeckt, Neues brachte dazu den Überraschungseffekt.
Im Marsch von Alfred Reed eröffnete sich dem Konzertbesucher gleich zu Konzertbeginn nicht nur das weite Spektrum traditioneller deutscher und österreichischer Marschmusik, sondern auch die Klangmächtigkeit des Stockacher Orchesters. Mit diesem leichten, beschwingten und mitreißenden Marsch gelang den Musikern die optimale Einstimmung auf das Kommende.
Die Ouvertüre zu seiner Oper „Die Macht des Schicksal“ hat Giuseppe Verdi so komponiert, dass sie auch im Konzertsaal als eigenständiges Stück aufgeführt werden kann. Und so strahlte das von Franco Cesarini für Blasorchester transkribierte Werk mit seinem Wechsel der Stimmungen von echter Verdischer Klangschönheit. Bernhard Muffler (Klarinette), Andreas Helferich (Oboe) und Yvonne Flaig (Flöte) spielten die Soloparts.
Mit Spannung erwarteten die Zuhörer dann das Solo der Posaunistin Ursula Wichert. Was verbarg sich hinter dem „T-Bone Concerto“ von Johan de Meij? Spannend die Entwicklung im ersten Satz „Rare“. Spielerisch wird das Thema, vorgestellt von den Klarinetten, ans Blech weitergegeben, vom gesamten Orchester übernommen, bis es die Posaune aufgreift und hier von der Solistin auf das Prächtigste interpretiert wird. Auch rhythmische Wechsel werden so, manchmal ineinander greifend, weiter gereicht. Der „Medium“-Satz, sehr melodiös, erhält mit dem Wechsel in den Dreivierteltakt eine besonders delikate Note. „Well done“ ist der dritte Satz , den Meij aus Themen der ersten beiden Sätze entwickelt, sie in dem triumphal wiederkehrenden Hauptthema münden lässt und in einem virtuosen Finale endet.
Nichts war Ursula Wichert von den Höchstschwierigkeiten, die der Komponist bereitet hatte, anzumerken. Ohne Noten, mit viel Kontakt zu Dirigent Helmut Hubov und dem Orchester war sie immer Meisterin über ihr Instrument. Mit dem „Hummelflug“ von NikolaiRimski- Korsakow dankte sie dem restlos begeisterten Publikum für seinen stürmischen Applaus.
Einen Satz aus „einem der erfolgreichsten Konzertstücke des 20. Jahrhunderts,“ so Gnirß, präsentierte die Stadtmusik nach der Pause mit Gustav Holst’ „Jupiter“ aus seiner Suite „The Planets“. Als „Bringer der Fröhlichkeit“ interpretierte Holst den größten Planenten in unserem Sonnensystem. Nach schnellen Läufen in den Holzbläsern entwickelte sich aus Akkordfolgen mit übermäßigen Quarten das Thema, erhaben und strahlend.
Die Jazz-Suite Nr.2 von Dmitri Shostakovich bot zum Ende des Konzertprogramms alles, was den Liebhaber der Blasmusik begeistert: einen strammen Marsch zu Beginn, dann einen Walzer mit Solis von Saxofon (Roland Stillhard und Iris Futterknecht) und Klarinette (Bernhard Muffler) und einem mitreißenden Tutti im Dreivierteltakt. „Dance I“ schloss sich an im rasenden Galopp, kontrastierend zu „Dance II“, der leichtfüßig schreitend zum Walzer und zurück führte.
Im bekannten Waltz Nr. 2 konnten noch einmal die Solisten in den einzelnen Registern brillieren, ebenso dann Markus Schwab im Finale auf dem Xylophon.
Nicht nur Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz dankte am Ende den Musikern der Stadtmusik für den bunten Melodienstrauß, sondern auch das Publikum mit tosendem Applaus. „Eine Spitzenleistung von einem Spitzenorchester“, lobte der Schultes. Das Orchestert dankte für Besuch und Applaus mit zwei Zugaben.
Cornelia Giebler
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SÜDKURIER vom 06.06.2005
Stadtmusik punktet in Bayern
Musiker spielen "sehr gut beim Landesmusikfest in München
Die Stadtmusik Stockach hat mit einem hochkonzentrierten Beitrag beim Wertungsspiel des Bayerischen Landesmusikfestes das Prädikat „sehr gut“ in der „Höchststufe“ erreicht. Mit 90 Punkten von möglichen 100 verpassten sie zwar knapp um einen Punkt die angestrebte Auszeichnung „ausgezeichnet“, doch nach kurzer Enttäuschung zeigten sich Musikdirektor Helmut Hubov und die Orchestermitglieder hochzufrieden. “Ich bin stolz auf meine Musikerkolleginnen und Kollegen“, erklärte Hubov im Gespräch mit dem Südkurier. Andere Orchester kämen mit „eingekauften“ Solisten, die Stadtmusik Stockach hingegen habe die Soloparts aus den eigenen Reihen besetzt. „Unser Leistungsstand ist so hoch“, betonte Hubov, „dass wir die hochanspruchsvolle Literatur, wie sie in der Höchststufe verlangt wird, auch ohne den Einkauf professioneller Musiker meistern.“
Die Zuhörer, Musiker anderer Orchester und Fans der sinfonischen Blasmusik, spendeten dem Stockacher Orchester nach seinem Auftritt euphorischen Applaus. 20 Minuten höchster Konzentration lagen hinter den Musikern. Für diesen Zeitraum hatte man seit drei Monaten geprobt und am Ende einige zusätzliche Proben eingeschoben.
Das Resultat war fantastisch gut. Auch unter den nicht optimalen akustischen Bedingungen der Halle im Schulzentrum Neuperlach in München erschloss sich dem Zuhörer die facettenreiche Struktur der Werke: „Jalan, Jalan“ von Shinya Takahashi mit seinen atemberaubenden Tempopassagen und „Trittico“ von Vaclav Nelhybel, tänzerische leichtfüßige Intermezzi, im Wechsel mit dramatische Passagen des tiefen Blechs, ein Spiel des Komponisten mit den musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten eines sinfonischen Blasorchesters.
Erleichterung und Freude zeichnete die Gesichter der Musiker, als sie dem Publikum für seine Applaus dankten. Trotz der Anspannung hatten sie das Musizieren genossen, hatten sie die Kompositionen musikalisch erlebt, mitempfunden und so ein ausdrucksstarkes klangliches Gesamtbild geschaffen.
Dabei waren die Voraussetzungen nicht die besten: Warten im Gang der schwülwarmen Schulräume, Einspielen im viel zu engen Klassenzimmer, warten auf den Auftritt. „Das Drumherum war enttäuschend“, kritisierte Hubov die Rahmenbedingungen. „Bei einem Landesmusikfest mit Wertungsspiel braucht es optimale Bedingungen. Da kann man nicht 60 Musiker zum Einspielen in ein kleines Klassenzimmer stecken.“
Auch die Musiker werten das Ergebnis als großen Erfolg. Sie haben eine Bestätigung für das hohe Niveau des Orchesters erhalten. „Klar spürten wir im ersten Moment eine kleine Enttäuschung“, erklärte Bernhard Muffler, zweiter Vereinsvorsitzender. Doch das erreichte Resultat sei „aus eigener Kraft“ erreicht worden. Er sieht vor allem auch den großen persönlichen Einsatz, den jeder Einzelne erbracht hat. „Die Motivation ist, seit Helmut Hubov das Orchester übernommen hat, sehr hoch.“ Und es sei schwer, ein hohes Niveau über die Jahre zu halten. Muffler zieht ein positives Resümee: „Es war eine super Vorbereitungsphase, als man bei viel Feinarbeit den Stücken den letzten Schliff gab. Und wir haben musikalisch Tolles erlebt und geleistet.“
Das gesellige Vereinsleben kam bei dieser Münchenreise ebenfalls nicht zu kurz. Mächtig viel Spaß hatte man am Abend beim Bayerischen Abend im Münchner Hofbräuhaus. Und bei der höchst informativen Stadtrundfahrt beeindruckten die unzähligen historischen Bauwerke und das quirlige Großstadtleben.
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SÜDKURIER vom 25.04.2005
110 Blasmusiker begeistern ihre Zuhörer
Stadtmusik Stockach kommt zu Besuch und spielt bei einem Galakonzert in der Randenhalle in Tengen
Singen: Mit einer beachtlichen Veranstaltungsreihe feiert die Stadtkapelle Tengen verteilt über das ganze Jahr ihren 100. Geburtstag. Am Samstagabend nun gab es mit dem Galakonzert in der Randenhalle einen absoluten, musikalischen Höhepunkt im attraktiven Veranstaltungsreigen dieses Festjahres. Als musikalische Gäste hatten sich die Tengener mit Vorstand Bernhard Wesle die Stadtmusik Stockach eingeladen. Und so kamen die zahlreichen Zuhörer, welche sich mit teilweise hohen Erwartungen auf einen schönen Konzertabend gefreut hatten, dann auch voll und ganz auf ihre Kosten.
Zwar hatte David Krause, der junge Tengener Dirigent, nur wenige Wochen der Vorbereitung mit seinem Orchester. Doch diese hatte er offenbar sehr intensiv genutzt. So begannen die 55 Musiker der Stadtkapelle dann auch gleich mit dem temperamentvollen Stück "Flashing Winds" um danach beim "Leuchten der Sterne" wieder in eine ruhige und angenehme Atmosphäre zu tauchen und schöne Harmonien gefühlvoll vorzutragen. Knapp und gekonnt moderiert wurden die Vorträge der Stadtkapelle von der jungen Klarinettistin Myriam Straub.
Bei "Festa", einem Stück mit kraftvollem Schluss, zeigte die Kapelle ihre ganze Dynamik und bei dem schönen Medley aus dem Musical "Elisabeth", gespickt mit vielen Tempowechsel und schön herausgearbeiteten Stimmungsbildern, bekam vielleicht mancher Zuhörer Lust auf das zur Zeit in Stuttgart aufgeführte Musical-Original.
Sodann wartete die Stadtmusik Stockach mit ihrem musikalischen Geschenk an den Jubilar auf. Und deren Moderator Marcus Gnirs interpretierte Musik als Sprache des Herzens, die auch Frohsinn bringen will. Das taten die Stockacher dann auch reichlich und zeigten die breite Palette ihres Könnens. Zur gelungenen Einstimmung gab Musikdirektor Helmut Hubov und sein 65-köpfiges Blasorchester den "Einzugsmarsch der Bojaren" und dieses Genre kam auch zum Schluss noch einmal mit dem "Florentiner" zu Gehör.
Dazwischen aber bot das Orchester sinfonische Blasmusik vom Feinsten. So fühlten sich die begeisterten Zuhörer bei "Jalan Jalan", einem Stück bei dem die Schlaginstrumente dominierten und sich furiose Tempowechsel jagten, auf die Götterinsel Bali versetzt. Unregelmäßige Rhythmen spiegelten die verschiedensten Lichttherapien bei "Prisma" wieder und bei den Ausschnitten aus Leonard Bernsteins Westsidestory, "A Bernstein Tribute", waren die Zuhörer genauso hellauf begeistert wie bei "Espana Cani", zu deutsch: dem spanischen Hund.
Mit dem wohl schwierigsten und vielleicht anspruchsvollsten Musikstück des Abends "Trittico", einem dreiteiligen, sehr dynamischen Werk mit ausdruckstarken Soli der Holzbläser werden sich die Stockacher im Juni in München den Wertungsrichtern in der Höchststufe stellen. Den Abschluss und somit die beiden Zugaben dieses gelungenen Jubiläumkonzerts spielten die Orchester gemeinsam. Hier beeindruckte das schöne Bild der mit 110 Blasmusikern prallvollen Bühne sowie das Volumen beider Orchester wobei die Solisten noch einmal bestens zur Geltung kamen.
Erich Rothfelder
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Singener Wochenblatt vom 20.04.2005
Charmantes Doppelkonzert
Musik ohne Grenzen in der Jahnhalle Stockach
Stockach (jd). Seit 33 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Stockach und La Roche sur Foron. Diesen Anlaß galt es festlich zu begehen. Da beide Partner über hervorragende Orchester verfügen lag es nahe beide in einem Doppelkonzert aufspielen zu lassen. “Musik kennt keine Grenze, wo die Sprache aufhört fängt die Musik an”, stellte der stellvertretende Vorsitzende des Sinfonischen Blasorchester Stockach Bernhard Muffler in seiner Begrüßung fest. Die beiden Bürgermeister würdigten in ihren Ansprachen die beiderseits als sehr gut empfundene Partnerschaft.
Mit dem feierlichen Abspielen der beiden Nationalhymnen wurde dann der Stockacher Part, in der Jahnhalle, eröffnet. Zuerst wurde der Einzugsmarsch der Bojaren von Johan Halvorsen präsentiert. Die Traumwelt von der Insel der Götter wurde dann mit dem musikalischen Spaziergang “Jalan-Jalan” über die Insel Bali und dem Eintauchen in die Unterwasserwelt, auch mit fremdartigen Klangbild, fast sichtbar gemacht. Mit dem darauffolgenden Stück "Trittico", wie mit “Jalan-Jalan”, wird das Orchester sich beim diesjährigen Münchner Leistungswettbewerb, in der höchsten Leistungsklasse, mit anderen messen.
Der Präsident des Blasmusikverbandes Ulrich Kiecza freute sich bei diesem Konzert die Mitglieder Berthold Bregenzer, Claudia Gnirss, Bernhard Muffler, Günter Velter und Walter Veser für 30 Jahre aktive Mitarbeit mit der Ehrennadel in Gold auszeichnen zu können. Zu Ehrenmitgliedern des Verbandes, für 40-jährige aktive Mitgliedschaft, wurden Stefan Leute und Wolfgang Maier ernannt und erhielten gleichzeitig auch die Ehrennadel in Gold.
Mit ausgewählten Melodien aus der ”West side story” von Leonard Bernstein ging der erste Teil, des insgesamt hochklassigen, Konzertes zu Ende.
Die Stadtmusik von La Roche startete dann ihren Konzertteil mit dem Largo aus der Neuen Welt von Antonin Dvorak. Besonderes Interesse fanden beim Publikum die amüsanten Einführungen des Moderatorenpaares in die jeweils nachfolgenden Musikstücke. Mit der Scherzpolka von Thomas Doss wurde eine insgesamt lockere Musikauswahl, auch wenn der Musikdirektor Daniel Modena sich vorher “reichlich” dem deutschen Bier zugewendet hatte, “glücklich” beendet.
Mit langanhaltendem Applaus bedankten sich die Zuhörer für dieses Konzert und vernahmen erfreut die Einladung an die Stockacher Musikanten im nächsten Jahr in La Roche kräftig aufzuspielen. Es wäre gut gewesen wenn zu diesem festlichen Anlaß mehr Stockacher den Weg und die Zeit zur Teilnahme gefunden hätten.
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SÜDKURIER vom 20.04.2005
Fantastische Klangwelten, international
Viel Charme und Ausstrahlung: Doppelkonzert der Stadtmusik La Roche - Sinfonisches Blasorchester Stockach
Großer Sound gleich zu Beginn: mit der "Marseillaise", dem französischen Revolutionsmarsch und Haydns "Deutschland-Lied" ließ das 70-köpfige Sinfonische Blasorchester Stockach zur Begrüßung ein prächtiges Klangbild erstrahlen. Dirigiert von Musikdirektor Helmut Hubov und anschließend seinem französischen Kollegen Daniel Modena wurde deutlich, welche Sprache an diesem Abend des gemeinsamen Konzerts in der Jahnhalle gesprochen werden sollte: jene, die keine Grenzen kennt und nicht übersetzt werden muss, die Musik.
Doch auch ist sie Träger und Vermittler anderer Kulturen, mit ihr kann man sich einfühlen in fremde Harmonien und Klangbilder. Dazu Gelegenheit boten einige der Werke, die von den beiden Orchestern aufgeführt wurden.
Keck kamen sie daher, die Bojaren, leichtfüßig schritten die russischen Aristokraten nach dem punktierten Rhythmus des Einzugsmarsches von Johan Halvorsen durch die Jahnhalle. Der Amerikaner Frederick Fennell hat die Komposition des Norwegers sehr behutsam und mit Sorgfalt arrangiert - ein Stück mit viel Charme und Ausstrahlung.
"Jalan - Jalan", der Traum von der Insel der Götter, war da schon dem europäischen Kulturohr etwas fremder. Der Japaner Shin`ja Takahashi erzählt von den Mythen, Göttern und Schönheiten der Insel Bali. Markus Schwab und sein Schlagzeug-Ensemble hatte vielfältige Instrumente zu bedienen, um den Klang eines Gamelan - Orchesters zu imitieren, und Schwab bewies sich als Meister über vier Pauken.
Nach diesem Pflichtstück beim anstehenden Wertungsspiel in München kam die Kür: Mit "Trittico" des tschechischen Komponisten Vaclav Nelhybel wollen die Stockacher sich in der Höchststufe beweisen. Das Werk besticht mit nicht alltäglichem Einsatz der Instrumente: der Trommelwirbel im Dialog mit dem tiefen Blech, die Holzbläser mit dem Blech im Wechsel, Solis im tiefen Holz, und flirrende chromatische Läufe der Flöten und Klarinetten. Auch wenn man dieses Werk ein zweites Mal hört, werden sich noch längst nicht alle Facetten erschlossen haben.
Da war es mit Prism, der Komposition von Steve Shake, schon einfacher. Es funkelte und glitzerte, die Musik sprang zwischen den unregelmäßigen Taktarten und komplementären Rhythmen hin und her und malte ein schillerndes Bild. Ein hervorragend besetztes Hornregister, Oboe, Fagott, Bassklarinette, der Kontrabass, das Piano - das braucht die vollständige Besetzung eines Sinfonischen Blasorchesters.
Nicht so mitreißend wie erhofft war das Arrangement "A Bernstein Tribute" von Clare Grundman. Hier fehlte dem Arrangement die Leidenschaft des Amerikaners. Mit ihrer Zugabe "Espana Cani" legten die Stockacher Musiker dann noch mal temperamentvoll nach.
Die Sympathien der Besucher flogen den französischen Gästen schon bei ihrer ersten Programmansage zu. Begleitet von sparsamen Melodien und spaßig-passenden Einfällen kündigten drei der französischen Musiker auf Französisch und Deutsch die Werke an. Mit drei anspruchsvollen Kompositionen bewies die Stadtmusik La Roche zu Beginn ihre Qualität. Das Largo aus der "Musik aus der Neuen Welt" von Antonin Dvorak war wie "Devil`s Island" von Wouter Lenaerts und "Impressions of Japan" von James Barnes war sehr offen arrangiert, solistische Qualitäten in den Registern gefragt. Dvoraks Komposition, in der sich indianische und afrikanische Folklore mit den slowakischen Tanzformen verbinden, die Teufelsinsel, überaus unheimlich und spannungsreich beschrieben, "asiatische Dreiklänge", aus einzeln angespielten Tönen sich zusammenfügend zu einem Melodiengewebe, waren noch mal Kost, die genaues Zuhören brauchte.
Und dann war Schluss mit der ernsthaften Musik! Zwei Hüftschwünge von Dirigent Modena, und los swingte die Stadtmusik La Roche. Jetzt konnte mitgewippt werden - und herzlich gelacht. Zu einem Bierfest nach München entführten die Franzosen am Ende die Zuhörer. "In einer Ecke versucht eine Blaskapelle, die schon Gerstensaft genossen hat, auf sich aufmerksam zu machen": Der Dirigent fällt betrunken auf die Bühne, einige Bläser spielen permanent falsch, es wird gejodelt - so geht's halt zu bei der deutschen Blasmusik - oder ?
Cornelia Giebler
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SÜDKURIER vom 21.12.2004
Wunderbare, blasmusikalische Kostbarkeiten
Stadtmusik unternimmt zum Weihnachtskonzert kleine Zeitreise
Erlesene musikalische Leckerbissen aus verschiedenen Musikepochen und Ländern servierten die Musikerinnen und Musiker der Stadtmusik Stockach ihren Zuhörern beim Weihnachtskonzert in der Jahnhalle. Komponierkunst höchster Güte wurde zum Hörgenuss und jedes Werk erhielt durch die ausgezeichnete Musizierkunst des Orchesters seinen ihm eigenen Charakter.
Es ist der Anspruch des Leiters der Stadtmusik Stockach, Musikdirektor Helmut Hubov, nicht nur gefällige und transkripierte wohlbekannte Stücke zu präsentieren, sondern die von ihm gewählte Literatur soll auch der Klangvielfalt und Qualität seines Orchesters gerecht werden.
So waren es beim ersten Stück nur acht Bläser, die von der Hallentribüne Giovanni Gabrielis "Canzon septimi toni" aufführten. Die anspruchsvollen rhythmischen Differenzierungen lagen damit offen - dem Zuhörer konnte die Kunst der Venezianischen Schule des 16. Jahrhunderts nicht besser präsentiert werden. Mit der "William Byrd Suite" vollzog das Orchester anschließend den Schritt ins englische Mittelalter. Byrd, der um 1600 lebte, schrieb kunstvolle Kirchenmusik und Madrigale von großem harmonischem Reichtum. Gordon Jacob instrumentierte 1923 sechs seiner Stücke für Blasorchester. Jetzt war es die Englische Schule, die auf diese Weise den Zuhörern stilvoll dargeboten wurde: Gemessen schreitende Musik im ersten Satz, breite melodische Bögen für Flöten und Trompeten in der Pavane, dem zweiten Satz, dann der harmonische Charme und die rhythmische Belebtheit des englischen Madrigals, anschließend tänzerische Elemente, machtvolle Dynamik und ein triumphierendes Finale.
An Bachs Fuge in g-moll konnten sich die Stadtmusiker dann endgültig beweisen - dieses machtvolle Nacheinander so transparent zu gestalten bedarf sicheren Könnens und die Exaktheit beim Einsatz der Präsenz eines herausragenden Dirigenten. Mit dem "Chorale and Halleluja" des amerikanischen Komponisten beschloss das Orchester den ersten Programmteil. Wieder war es die Mischung von andächtigem, ruhig fließenden Choral und triumphaler, gläubiger Erhebung, die die Zuhörer fesselte.
Das "Salvation is Created" des Russen Pavel Tschesnokoff, heute ein Standardwerk in der Blasmusikliteratur, eröffnete den zweiten Programmteil sehr andächtig und voll Zuversicht. Dieser um 1920 komponierte Choral gehört heute zu den meistgespielten Liedern in der orthodoxen Kirche.
Zwei intensive Klanggemälde hatte Helmut Hubov an das Ende des Konzertprogramms gestellt. In "Songs of Praise" hat der bekannte tschechische Komponist Vaclav Nelhybel die Hymnen dreier englischer Komponisten für Blasorchester mit barocken Stilelementen bearbeitet: Aus einer Melodie (cantus firmus) entwickeln sich Gegenstimmen, die diese umspielen und ausfigurieren, oder zu der choralartigen Melodie erklingen nahezu gleich die anderen Stimmen des Orchesters, welches jedoch immer wieder in barocken Figuren ausbricht, oder Orchester und Bläser treten in einen "Wechselgesang", in der Jahnhalle veranschaulicht durch Verteilung der Musiker auf Bühne und Empore. Gebannt lauschten die Zuhörer dieser spannenden Musik Nelhybels und spendeten am Schluss enthusiastisch Beifall. Fesselte der Tscheche durch seine Kunst, die Instrumente und Melodien gegen- und miteinander zu setzen, so berauschte der bekannte amerikanische Komponist Philip Spark die Zuhörer mit seinem Klanggemälde vom Sonnenaufgang über dem Grand Canyon. Augen zu und vorstellen - dann erwacht Natur, erwärmen Sonnenstrahlen die roten Felsen, stören hektische Touristen die Idylle und können doch die Allmacht der Natur nicht angreifen.
Mit "A Christmas Festival" von Leroy Anderson, einem feierlich-festlichen Medley aus bekannten Weihnachtsliedern, war dann endgültig die Tür für Weihnachten geöffnet. Bürgermeister Rainer Stolz dankte dem Orchester und Dirigent Helmut Hubov für das beeindruckende Musikerlebnis, dieser Reise durch Epochen und Länder. Markus Gnirß, der durch das Programm führte, habe wieder einmal die Stücke detailliert und empfindsam den Zuhörern näher gebracht, dankte ihm Stolz.
"Tochter Zion" erklatschte sich das Publikum als Zugabe. Jochen Fischer spielte das ergreifende Solo.
Cornelia Giebler
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SÜDKURIER vom 27.10.2004
Blasorchester macht viel Wind
Moderne Töne in der Jahnhalle erreichen nicht alle Zuhörer
Stockach Schwierigste Stücke - vom Sinfonischen Blasorchester Stockach hervorragend präsentiert", dieser Bilanz Bürgermeisters Rainer Stolz schlossen sich am Ende des Konzerts alle Zuhörer in der Jahnhalle Stockach mit ihrem Beifall an. Besonders enthusiastisch hatten sie am Ende des "Concerto for Alto Saxophone and Wind Ensemble" im ersten Konzertteil applaudiert, einer 45-minütigen Spitzenleistung des Solisten Alexander Bührer und des Wind Ensembles, welches ihn unter Leitung von MD Helmut Hubov hochkonzentriert und feinfühlig begleitete.
Zeitgenössische Musik erschließt sich dem Zuhörer nicht so leicht wie der "Wohlklang" traditioneller Musik, doch sie ist spannend - wegen ihrer Mischung aus differenzierter Dynamik, modernen Spieltechniken, ungewöhnlichen Notationen und ihrer erweiterten Tonalität. Und sie kann mitreißend und sehr emotional sein, wie das dargebotene "Concerto".
Es bewies zudem, dass schwer zu spielende Literatur nicht auch schwierige Musik sein muss. Ergreifend poetisch, in melodischer Klangsprache, überbrachte Komponist David Maslanka seine religiöse Botschaft in drei Liedern und zwei Zwischenspielen den ergriffen lauschenden Zuhörern. Das, nur solistisch besetzte, Wind Ensemble spielte oft nur in sparsamster Besetzung, so dass die auskomponierte Dynamik sogar im funktionalen Bau der Jahnhalle überaus deutlich zu hören war.
Immer wieder wurde man von ungewöhnlichem Instrumenten-Zusammenspiel überrascht, zum Beispiel von Glockenspiel, Flügel und Saxophon im ersten Zwischenspiel, einem wunderschönen Sologesang des Saxophons, dessen Originalworte ein Gebet an die Mutter Maria sind.
Auch die zeilenweise Einbindung des Bach-Chorals "Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen" als Ausdruck des Innehaltens zwischen schnellen, aufwärtsstrebenden chromatischen Läufen war eindrücklich dramatisch. Wie fernes, vielstimmiges Glockengeläut klangen am Ende die Saiten des Flügels, bewegt vom Luftstrom des Saxophons - Ausdruck der Erlösung.
Im rhythmisch anspruchsvollen zweiten Zwischenspiel des Concertos komponierte Maslanka das Geheimnisvolle und Spielerische einer Sternennacht als synkopisierte Achtel- und Sechszehntelläufe, die sich am Ende auch melodisch beruhigen und das abschließende Lied vorbereiten. Dieses erzählt die Vision von der "Heiligen Stadt" die am lebensspendenden Fluss liegt - eine Melodie voller Hoffnung und Freude, die Alexander Bührer auch nach 40 Minuten Solospiel mit höchster Präsenz spielte.
Big Sound dann im zweiten Konzertteil. Das Sinfonische Blasorchester, von Markus Gnirß bei seinen profunden Werksvorstellungen als SBS angekündigt, strahlte in seiner ganzen Klangfülle. Dabei reichte die musikalische Spannbreite von zeitgenössischer Programmmusik wie den "Chant Rituals" von Elliot Del Borgo und expressionistischen Klangemälden bis hin zu experimenteller Musik, wobei letztere jedoch nicht allen Zuhörern gefallen wollte.
Dabei hatten die "Five Short Pieces" des Schweden Deak Csaba mit ihrer ungewöhnlichen Dynamik und dem rhythmischen Gewebe aus Staccatospiel, 7/8-Takt, Händeklatschen und Schlagen des Mundstücks einen besonderen klanglichen, aber eben ungewöhnlichen, Reiz.
Da hatte es David Bedfords Komposition, die den Sturm vor dem Kap der Guten Hoffnung beschreibt, leichter. Die Wogen bauten sich als Quinten durch alle Instrumentengruppen auf, Schaumkronen glänzten und das Licht zauberte Regenbogen in kleinen Melodiebögen auf die Wellen.
"Ihr habt alles musikalisch ausgereizt", bestätigte Stolz die Spannbreite des Konzertprogramms, um geschickt auf ein aktuelles Thema, dem Proberaum, überzuleiten: "Auch die Räume sind ausgereizt", bat Stolz um die Unterstützung aller in Sachen neuer Räumlichkeiten.
Cornelia Giebler
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SÜDKURIER vom 21.10.2004
Probenwochenende
Das Solo einer Flöte dringt durch die Fenster der Aula der Grund- und Hauptschule. Flöte? Jetzt schraubt sich die Melodie nach unten – eine Oktave, zwei Oktaven – noch tiefer. Eine Flöte ist das nicht! Ein Blick in den Proberaum gibt Aufschluss: Vor den Musikerinnen und Musikern der Stadtmusik steht der Solist des kommenden Konzerts, Alexander Bührer, und verlangt seinem Instrument diese Töne ab, die so gar nicht nach Saxophon klingen. Über vier Oktaven spannt sich der Notenbogen für das Altsaxophon – das „Concerto for Alto Saxophone and Wind Ensemble“ ist eine Herausforderung. Nach der ersten gemeinsamen Probe zeigt sich Musikdirektor Helmut Hubov sehr erwartungsvoll: „Es ist ein sehr emotionales, mit unglaublichen Schwierigkeiten für den Solisten gesetztes Stück.“
Und der Solist bestätigt: „Unter den Kompositionen für sinfonische Blasmusik erreicht diese Komposition von David Maslanka bei der Schwierigkeit das oberste Level.“
Gefordert werden in dem 42-minütigen Concerto der Solist sowie das solistisch besetzte 30-köpfige Wind Ensemble. Jedes der Register hat dort nur einen Vertreter sitzen, jede Stimme zählt. Und zählen müssen die Musiker: Pause über viele Takte, dann der Einsatz, auf die eins die Klarinette, die drei die Oboe, alle Stimmen versetzt, gewollte Reibung der Dynamik und geforderte Transparenz.
Maslankas Komposition trägt eine religiöse Botschaft in fünf Liedern, zum Beispiel einen wunderschönen Solo-Gesang des Saxophons, ein Gebet an die Heilige Mutter, oder das Thema aus Bachs Choral „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen?“ Maslanka komponierte melodische Harmonien für Glaube, Hoffnung und Glück, Atonalität und zerrissene Dynamik für machtvolles, zweifelndes Gefühl. Alexander Bührer, der neben seinen Verpflichtungen bei großen Orchestern auch als Lehrer an den Musikschulen Konstanz und Kreuzlingen tätig ist, ist nach der ersten gemeinsamen Probe sehr zufrieden: „Großes Kompliment an das Orchester.“ Es ist sein erster Auftritt mit dem Sinfonischen Blasorchester Stockach. Er und Helmut Hubov haben das Werk gemeinsam ausgesucht, das erst vor zwei Jahren in Luzern uraufgeführt wurde. Eine weitere Besonderheit soll nicht unerwähnt bleiben. Ein Flügel kommt als weiteres orchestrales Instrument hinzu, und nicht nur über die Tasten werden die Saiten zum Schwingen gebracht, sondern auch vom Klang aus dem Saxophon.
Auch im zweiten Programmteil, in dem dann das Sinfonische Blasorchester konzertiert, wird aktuelle Literatur Sinfonischer Blasmusik aufgeführt. Mit Werken von Elliot del Borgo, Csaba Deàk, David Bedford und Shafer Mahoney erwartet den Besucher jene Mischung aus Virtuosität, modernen Spieltechniken, differenzierter Dynamik und der durch die Harmonien in erweiterter Tonalität geschaffenen Dramatik, die sinfonische Blasmusik als eigenständige Kunstform ausmacht.
Cornelia Giebler |
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WOCHENBLATT vom 19.05.2004
Feuer und Flamme
Südamerikanische Rhythmen bei der Stadtmusik Stockach
Stockach (jd). Mit diesem Frühjahrskonzert ist der Stadtmusik Stockach der Sprung von der reinen Aufführung hin zum musikalischen Entertainment gelungen. "Südamerikanische Rhythmen" sollten die Zuhörer in der Jahnhalle verwöhnen und sie einladen, ein paar Stunden in musikalisch heißeren Gegenden zu verbringen.
Fünf feurige Caballeros mit großen Sombreros eröffneten den flotten Reigen - das Blechbläserensemble "Flyin´ Horns" mit seinem Leiter Jürgen Schramm präsentierte drei typisch südamerikanische Tänze. Mit Rumba, Bossa nova und einem rassigen Tango spielten sich die Musiker sogleich in die Herzen der Zuhörer. Schwungvoll ging es mit Vizedirigentin Simone Renz und ihrem Klarinettenorchester weiter. Aus Kuba wurden zwei Tänze zum Besten gegeben, und der "Mond von Havanna" ließ Herzen schmelzen. Passend zu diesem Klangbild gab es stilvolle schwarze Kleidung und große rote Rosen im Haar. Mehr Leidenschaft ging nicht. Das Holzbläserensemble verkörperte am deutlichsten die neue Linie der Stadtmusik. Nicht mehr das gesamte Orchester tritt auf, sondern einzelne Gruppen. Das ist technisch schwieriger für die Musikanten, denn Fehlgriffe hört man sofort. Aber der Musik-Fan erlebt Töne pur. Das Holzbläser-Ensemble mixte einen jamaikanischen Cocktail und bot mit "Ole Guapa" einen klassischenTango an.
Atemberaubend dann das Blechbläserensemble zusammen mit der Schlagzeuggruppe. Auch Musikdirektor Helmut Hubov applaudierte zu den spektakulären Soli der Schlagzeuger.
Nach der Pause stimmte Moderator Markus Gnirß das Publikum auf die Orchesteraufführung ein. Wie schon den ganzen Abend über, glänzte er auch jetzt mit gelungenen Beiträgen und interessanten Details. Dann erschien das gesamte Orchester auf der Bühne. Über 70 Musiker boten lateinamerikanische Musik vom Feinsten. Engagiert und sehr rhythmisch führte Helmut Hubov sein Orchester durch die auch technisch sehr anspruchsvollen, ausgewählten Musikstücke. Das Publikum aus nah und fern nahm diese neue Aufführungsart positiv an, genoß die Musik und applaudierte kräftig.
Die besondere Güte dieses Orchesters wird auch von Stockacher Kaufleuten gesehen und unterstützt. Ob Noten gekauft oder rote "Torero-Schärpen" für die Senoras und Caballeros genäht werden, Hilfe kommt von vielen Seiten. Für dieses Engagement bedankte sich der erste Vorsitzende Hugo Lehmann ausdrücklich.
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SÜDKURIER vom 17.05.2004
Lateinamerikanische Nacht in der Jahnhalle
Frühjahrskonzert mit südländischen Rhythmen und Einblicken in die vielen Facetten des Stockacher Musikvereines
Kaum eine Musik, die Temperament, Leidenschaft und Lebensfreude so vereint, wie die der lateinamerikanischen Tänze, ob Samba, die jazzige Variante Bossa Nova, der leidenschaftliche Tango oder die kubanische Rumba. All das gab es in der Jahnhalle: Es war ein klasse Konzert der Stadtmusik Stockach, in dem nicht nur die Musik, sondern auch deren Lebensgefühl vermittelt wurde: rote Rosen auf strengem Schwarz, Sombrero und rote Leibbinde, Havanna-Zigarre und cuba libre.
Das Publikum wurde mitgerissen. Man sah es an taktschlagenden Füßen oder Händen. Dass es sie nicht zum Samba-Tanz zwischen die Stuhlreihen zog, mag wohl am kühleren Temperament der Mitteleuropäer gelegen haben - nicht aber an den "Künstlern auf Blech und Holz", wie Bürgermeister Rainer Stolz begeistert lobte und bedauernd am Ende feststellte, dass dieses Konzert viele, viele Zuhörer verdient gehabt hätte. Leider waren in der Jahnhalle doch einige Stühle unbesetzt geblieben und so dankte Musikvereinsvorsitzender Hugo Lehmann vor allem auch den Sponsoren, die dem Frühjahrskonzert zu einer positiven finanziellen Bilanz verhalfen.
Es war ein Konzertabend mit immer neu gesetzten Highlights, unterschiedlichsten Akzenten und Klangbildern. Denn die Stadtmusikerinnen und Musiker präsentierten sich in ungewohntem Formationen wie dem 15-köpfigen Klarinettenchor und dem elf-köpfigen Holzbläserensemble, beide Ensembles geleitet von Simone Renz.
Mit den beiden "Cuban Dances" und dem "Havana Moon from Caribean Suite" von Alfred Reed musizierte das Klarinettenregister in melancholisch sehnsuchtsvollen Klängen, die durch Altklarinette und Bassklarinetten ein abgerundetes Klangbild ergaben. Das Holzbläserensemble mit zwei Flöten, zwei Saxophonen, vier Klarinetten, dem Fagott und den beiden Bassklarinetten mischte einen erfrischenden süßen Cocktail vor einem nachdrücklichen "Ole Guapa".
Die flyin´ horns, sechs Solisten, fünf mal Blech und einmal Schlagzeug, spielen in dieser Formation schon seit zehn Jahren zusammen und bieten neben qualifizierter Technik auch Entertainment. Mit ihrem Auftritt zu Beginn des Konzerts machten sie klar: das wird heute ein etwas anderes Konzert!
Wieder ein neues Klangbild präsentierte das Blechbläserensemble und Percussion unter Leitung von Musikdirektor Helmut Hubov. "Lasst die Kastagnetten klappern", forderte Markus Gnirß das Ensemble auf - und das war starke Untertreibung, denn das Stück "Granada" von Agustin Lara, arrangiert von Richard Billi, forderte mit seinen Variationen und Tempiwechseln von den Blechbläsern und Schlagzeugern mehr als klappern.
Und dann: Percussion pur. Markus Schwab und sein gesamt fünfköpfiges Schlagzeugensemble boten eine faszinierende Vorstellung ihrer Instrumente und entließen die Zuhörer stark beeindruckt in die Pause. Wenn ein Orchester in seinen Registern so stark aufzuspielen weiß, was erwartet den Zuhörer dann vom Tutti?: Eine Flutwelle spanischen Temperaments und Lebensfreude ergoss sich im zweiten Programmteil über die Besucher, tauchte sie mit dem Pasodoble "Esoani cani" von Marquina und in feurige Ausgelassenheit und hob sie bei "El Camino Real"von Alfred Reed empor mit melodisch zarten, ja träumerischen Tönen.
Sicherlich außergewöhnlich die Komposition "Jazz Marsch" von Bencriscutto, in der der Komponist brasilianischen Rhythmus mit amerikanischem Jazz und durchgängigem Marschschritt vereint. Super Schluss für ein Super Konzert: Der Hit "The children of Sanchez" von Chuck Mangione mit den beiden Solisten Roland Stillhard (Saxophon) und Jochen Fischer (Flügelhorn). Das begeisterte Publikum erklatschte sich zwei Zugaben und ließ das Konzert an der Bar unter Havana Moon ausklingen.
Cornelia Giebler
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SÜDKURIER vom 22.12.2003
Stadtmusik schenkt musikalische Besinnung
Stockachs Orchester begeistert mit Solistin Theresa Plut beim Weihnachtskonzert
Zeit, um zur Ruhe zu kommen, inneren Frieden zu finden und sich auf Weihnachten zu freuen, schenkte die Stadtmusik Stockach unter Leitung von Musikdirektor Helmut Hubov ihren Zuhörern beim Weihnachtskonzert.
Diese Augenblicke des Innehaltens im emsigen Treiben der Vorweihnachtszeit waren in einem musikalischen Programm verpackt, dessen Schönheiten in Facetten schillerte und für jeden Geschmack etwas Besonderes bereit hielt. So zeigte sich Bürgermeister Rainer Stolz am Ende "beeindruckt und bewegt" und dankte dem "Spitzenorchester für die zu Herzen gehenden Stücke", die Gelegenheit gegeben hatten, in die Musik hinein zu hören.
Markus Gnirß erleichterte mit seiner Moderation dieses "In-sich-hinein-versenken" in die expressiven, mal zarten, mal klanggewaltigen Klanggemälde, indem er Atmosphäre und Geschichte der Werke beschrieb. Bachs bekannte Kantate "Jesu bleibet meine Freude" schuf mit ihrer schlichten, doch innigen Botschaft der Hoffnung und Erwartung die Einstimmung auf das Kommende.
Die vielfachen Empfindungen in der Weihnachtszeit hat Johan de Meij in seiner "Polnischen Weihnachtsmusik" musikalisch widergespiegelt. Leichte, verspielte Elemente in volkstümlichem Charakter komponierte er neben dem majestätischem, feierlichen Klang kirchenmusikalischer Hymnen. Eine Choralmelodie von Bernard Zweers aus dessen 3. Sinfonie "Für mein Vaterland" hatte Meij 1995 aus Anlass der 50. Jahrestages der Befreiung der Niederlande bearbeitet. Auch hier gelang es leicht, der musikalischen Poesie zu folgen: der Beginn mit nur wenigen Instrumenten, die Akzentuierung in den unterschiedlichen Registern bis zum einheitlichen Rhythmus und harmonischen Einklang des gesamten Orchesters.
In die tiefverschneiten Ebenen Russlands entführte anschließend die Komposition Alfred Reeds "Russische Weihnachtsmusik". Ganz entfernt erklang ein Glöcklein und blieb als steter Hoffnungsklang im überwältigenden, von Klangfarben, Kraft und Intensität geprägtem Tongemälde bestehen. Reed nutzte für seine Komposition alle Möglichkeiten eines vollbesetzten Blasorchesters, wie es die mit über 70 Musikern besetzte Stadtmusik zu bieten hat. Es überraschten ungewohnte Klangfärbungen wie die Kontrabassläufe und das Solo des Englisch Horns.
Hörte man die Falken schreien, das Meer an die Felsen schlagen, die Möwen triumphierend hernieder schießen? Die sinfonische Vertonung des sardischen Gedichtes "U mundu drentu a ti" von Hardy Mertens brauchte die innere Vorstellungskraft des Zuhörers. Dann sah man die mythische Insel Hierakon, spürte die Naturgewalten, lieblich - unbarmherzig, und hörte, über allem schwebend, sphärisch entrückt, die Stimme von Theresa Plut , die "die Welt in dir" beschrieb, "so nah und doch so fern".
Die unglaubliche Höhe, in die sie ihre Stimme führte, versetzte die Zuhörer bei ihrer Zugabe nochmals in Bewunderung.
Dann zurück auf die Erde: Mit der volkstümlichen Weise aus der Schweiz " "S` isch äbe-n-e mönsch uf ärde", arrangiert von Thomas Rüedi, stimmte sich das Programm ganz auf Weihnachten ein, welches dann mit dem "Weihnachtstraum", in dem Toshio Mashima bekannte weihnachtliche Weisen verknüpfte, vorerst endete.
Musikvereinsvorsitzender Hugo Lehmann dankte im Anschluss den Musikern, Dirigent Helmut Hubov, sowie den Sponsoren, "ohne die ein solches Konzert nicht möglich" wäre.
Ihren Traum von einer weißen Weihnacht gaben die Musiker beschwingt als Zugabe zu Gehör und die Solistin sang "Stille Nacht", so innig, dass es Schaudern machte.
Cornelia Giebler
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SÜDKURIER vom 28.10.2003
Weltklasse-Musiker Steven Mead und das Sinfonische Blasorchester Stockach
Begeisterungsstürme in Stockach
Stürme der Begeisterung löste der britische Euphoniumspieler Steven Mead beim gemeinsamen Konzert mit dem Sinfonischen Blasorchester Stockach aus. "Er ist für mich der beste Euphoniumspieler der Welt", zeigte sich Stockachs Musikdirektor und Leiter des Sinfonischen Blasorchesters, Helmut Hubov, ebenfalls überwältigt von der musikalischen Ausstrahlung und perfekten Technik des Solisten.
Mead, "der in seiner Musik die Lebensfreude inszeniert", wie Bürgermeister Rainer Stolz seine Empfindungen am Ende beschrieb, hatte in den beiden gemeinsamen Proben mit dem Blasorchester mit seiner positiven Einstellung und Herzlichkeit dem Gelingen den letzten Anstoß gegeben. Selten bisher sah man die Orchestermitglieder mit soviel sichtbarer Freude an ihrem Können und Genuss an den aufgeführten Werken musizieren. Dabei waren die Kompositionen gespickt mit Höchstschwierigkeiten, rasanten Harmonie- und Tempiwechseln, offenen Stellen für die Register und anspruchsvollen Soloparts.
"Ein Feuerwerk der Sinfonischen Blasmusik" hatte Sprecher Markus Gnirß zu Beginn den über 350 Zuhörern in der sehr gut besetzten Jahnhalle versprochen. Mit Paukenschlägen begann das erste Werk, die "Aubrey Fanfare" von Jack Stamp, die dieser zu Ehren des Komponisten Fisher Tull geschrieben hatte. Trompeten, Hörner, Saxophon, dann die Holzbläser - schon brach die gesamte Klangfülle eines 80-köpfigen Blasorchesters triumphierend über die Zuhörer herein. Im "Sketches on a Tudor Psalm", vom eben noch gefeierten Fisher Tull komponiert, jagten sich die einzelnen Stimmen durch die Harmonien, ließen das Thema hin und herspringen, um sich am Ende in einem klassisch versöhnenden Dur-Akkord zu vereinen.
Gustav Holst "First Suite in Es" führte das abendländische Ohr dann wieder in vertrautere Harmonien. Holst hatte das Werk in seiner "zweiten Lernphase" eigens für Blasorchester komponiert, was 1905 noch ungewöhnlich war und bei den Proben viel Aufregung ausgelöst hatte. Doch dem mitreißenden Marsch am Ende des Werks unterlag und unterliegt jeder Blasmusikfreund.
Ebenso, wie die Zuhörer in der Jahnhalle dann dem Charme des Steven Mead erlagen. Die Besucher des am Tage zuvor stattgefundenen Workshops mochten erahnen, wie viel harte Probenarbeit hinter dieser souveränen Beherrschung seines Instruments liegt. Die "Fantasy für Euphonium und Blasorchester" von Philip Sparke forderte meisterliches Spiel von ihm, Gefühl und Ausdruck, äußerste Zungenfertigkeit und reine Intonation in unfassbaren Höhen und Tiefen.
Vor dem zweiten Auftritt des Solisten und nach der Pause baute das Orchester mit Aaron Coplands "Variations on an Shaker melody" die Stimmung fürsorglich wieder auf: Die bekannte Melodie "Simple gifts" vertonte Copland in einem klassizistischem, gemäßigt modernen und von Jazz und Folklore beeinflussten Stil zu anspruchsvollen Variationen.
Dann wieder Mead: In der "Pantomime für Euphonium" von Sparke konnte er die unterschiedlichsten Ausdrucksweisen des Euphoniums vorstellen: leidenschaftlich, gefühlvoll, flott, forsch, keck, rhythmisch und explosiv. Die Zuhörer feierten ihn und der Meister ließ sich nicht lange bitten. Seine Zugaben waren zu außergewöhnlich, um sie zu beschreiben - ein großartiges, sehr sympathisches Showtalent.
Doch auch das Orchester hatte mit "La Quintessenza" von Johan de Meij noch mal Klasse zu bieten. Fünf Noten, in immer neuen Varianten gespielt, leiteten zu einem lyrischen Mittelteil, um dann im Finale wiederholt zu werden und einen musikalischen Zyklus zu vollenden.
Bürgermeister Stolz dankte am Ende den Orchestermitgliedern, Helmut Hubov und vor allem Steven Mead, den er zu einer weiteren Zugabe überreden konnte. Mit dem Tempo des Csárdás riss Mead alle nochmals mit - zum Ende eines denkwürdigen Konzerts.
Cornelia Giebler
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SÜDKURIER vom 02.08.2003 Die Stadtmusik gibt's schon ewig
Bewegte Vergangenheit: 300 Jahre Musikverein Stockach
Wer auf die Anfänge der Stockacher Stadtmusik blicken will, der muss in der Stadtchronik weit zurück blättern. Schon anno 1711 wurden erstmals stadteigene Spielleute in Belegen des Narrengerichtes über "musikalischer Tätigkeit beim Schweizer Feiertag" erwähnt. Etwa 100 Jahre später schlossen sich 28 Musikanten zu einer "Stockachischen Musikgesellschaft" zusammen und erfreuten mit organisierten Auftritten die Bewohner der Hans-Kuony-Stadt.
Nach einer wechselvollen Zeit gründeten engagierte Musiker 1905 eine städtische Musikschule und bildeten junge Talente zu vollwertigen Musikanten aus. Dadurch hatte die Kapelle die Möglichkeit, nicht nur Blechblasinstrumente einzusetzen, sondern auch mit Streichern ein Orchester zu bilden. Die eigentliche Gründung des Musikvereins Stockach erfolgte nach dem Ersten Weltkrieg 1924, welcher aber schon 16 Jahre später bei der Machtergreifung des Hitler-Regimes aufgelöst und als "NS-Kreiskapelle" weitergeführt wurde. 1947, nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs, formierte sich der Musikverein am 25. Januar 1947 unter dem damaligen Dirigenten Wilhelm Seebacher wieder neu und entwickelte sich zu einer über die Kreisgrenzen hinaus bekannten und beliebten Institution. Schon drei Jahre später übergab Seebacher den Dirigentenstab an Edwin Gommeringer und während seiner 30-jähriger Dirigententätigkeit konnte der Musikverein beachtliche Erfolge vorweisen und verfügte auch schon über ein Jugendblasorchester. Dieser Schritt erwies sich als wertvoll und weitsichtig, denn mit dem Jugendblasorchester hatten die Verantwortlichen die Zukunft des Vereins gesichert. Im Jahre 1980 verließ der umtriebige Vollblutmusiker seinen Platz vor dem Orchester und Josef Thomann führte nun die Stadtmusik. Eine neue Ära im Vereinsleben begann 1989 mit Helmut Hubov, dem heutigen Stadtmusikdirektor. Hubov führte die Musiker mit neuen Ideen und unermüdlichen Elan zu Höchstleistungen.
So waren die Konzertreisen zu internationalen Wettbewerben nach Ungarn (1990) und Italien (1994) mit riesigem Erfolg gekrönt, so belegte das Orchester im italienischen Riva sensationell den zweiten Platz. Die Erfolge des Orchesters erreichten ihre vorläufigen Höhepunkte beim Wertungsspiel im Rahmen des Landesmusikfestes, bei dem es mit der Bestnote "Sehr gut" mit "Le premier jour" von J. Balissat ausgezeichnet wurde und beim Bundesmusikfest in Friedrichshafen, bei dem es in der Höchststufe mit der Bestnote ausgezeichnet für das Stück "Zion" von Dan Welcher geehrt wurde.
Selbst die Hörer des Radiosenders SWR 4 waren vom Spiel der Stockacher Musiker begeistert und setzten sie im Juni 2002 bei der Volkstümlichen Hitparade auf Platz 1. Somit war das Orchester des Musikvereins Stockach die erste Blaskapelle, welche seit dem Tod von Ernst Mosch die Hitparade gewinnen konnte.
Sorgen indes macht dem Musikverein gemeinsam mit der Musikschule der Proberaum: " Bisher wird die alte Pausenhalle der Stockacher Grund- und Hauptschule benutzt, jedoch reicht das Platzangebot bei weitem nicht mehr aus", erklärte der Zweite Vorsitzende Bernd Moll im SÜDKURIER-Gespräch. Die Stadtverwaltung habe die Notwendigkeit erkannt und sei um Abhilfe bemüht. "Die Mühlen mahlen", so Bernd Moll mit einem hoffnungsvollen Lächeln. Leise Kritik jedoch übte Moll an den bescheidenen Besuch der Mitgliederversammlungen. Es sei schade, dass viele Mitglieder nicht die Möglichkeit nutzen, mit ihrer Teilnahme an den Versammlungen den ehrenamtlich arbeitenden Vorstand unter dem Vorsitzenden Hugo Lehmann ihre Anerkennung für die geleistete Arbeit auszusprechen. Interessierte Musiker sind jederzeit willkommen und bekommen eine Chance zur Aus- und Weiterbildung. Die einzigen Voraussetzungen seien Spaß an der Musik, entsprechende Grundkenntnisse und natürlich vorhandenes Talent. Dem Verein gehören 75 aktive Musiker aus der ganzen Region und sogar aus der Schweiz an, von denen einige sogar noch in anderen Musikvereinen ihr Können unter Beweis stellen.
Nächster Höhepunkt:
Ein ganz besonderes Konzertereignis sollten sich Musikliebhaber schon jetzt vormerken. Dem Musikverein ist es gelungen, den Briten Steven Mead zu verpflichten (wir berichteten). Steven Mead gilt als weltbester Euphonist und wird als Solist mit dem einem Tenorhorn-ähnlichen Blasinstrument das Konzert des Sinfonischen Blasorchesters Stockach am 26. Oktober in der Jahnhalle bereichern.
Michael Breuer |
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SÜDKURIER vom 31.07.2003
Weltklasse-Euphonist Steven Mead in Stockach
Konzert des Sinfonischen Blasorchesters Stockach zusammen mit Musikvirtuose am Sonntag, 26. Oktober, um 17 Uhr in der Jahnhalle
Steven Mead, einer der besten Euphonium-Solisten der Welt, konzertiert am Sonntag, 26. Oktober, um 17 Uhr in der Jahnhalle Stockach. Er wird das glanzvolle Tüpfelchen auf dem "i" beim Konzert des Sinfonischen Blasorchesters Stockach unter Musikdirektor Helmut Hubov sein.
Die Stockacher, beim jüngsten Wertungsspiel des Blasmusikverbandes Hegau - Bodensee mit dem Prädikat "Hervorragend" in der Höchstklasse für konzertante Blasmusik ausgezeichnet, werben seit Jahren mit ihren Konzertauftritten für sinfonische Blasmusik. Das musikalische Können seiner rund 80 Orchestermitglieder erlaubt es Hubov, Literatur auf hohem Niveau einzustudieren. So kann das Blasorchester seinen Zuhörern die ganze Bandbreite konzertanter Blasmusik, von Transkriptionen klassischer Werke, aktuelle Popmusik aus Musical und Film und Kompositionen, die original für großes Blasorchester komponiert wurden, zu Gehör bringen.
Der Engländer gehört zu den weltbesten Euphoniumspielern. Er gilt als Wegbereiter für neue Spieltechniken und Literatur und ist als Solist sehr gefragt. Nach einer erfolgreichen Karriere bei den besten britischen Brass Bands und als ganztägiger Musikdozent ist Steven Mead jetzt schon seit etwa zwölf Jahren hauptberuflicher Euphoniumsolist. Der reiche Schatz an gesammelten Erfahrungen hat ihn zu einem Musiker gemacht, der mit seinem Publikum zu kommunizieren weiß. Er hat die Fähigkeit, immer wieder Tausende von Menschen für den wundervollen Klang des Euphoniums zu gewinnen. Aber es sind nicht nur der Klang und die Musikalität, die Steven Mead auszeichnen. Auch seine Virtuosität versetzt die Menschen in bewunderndes Erstaunen.
Steven Mead kommt ursprünglich aus Bournemouth an der Südküste Englands. Heute lebt er in Mittelengland. Im Jahre 1982 schloss er sein Studium an der Bristol University ab. Von seinen ersten Unterrichtsstunden bei der Salvation Army Band in Boscombe an entwickelte er eine große Liebe zum Euphonium. Er arbeitete unermüdlich auf sein Ziel hin, Berufssolist zu werden. In der Brass-Band-Szene war Steven Mead in einigen der besten britischen Brass Bands erster Euphoniumspieler, zum Beispiel in der Desford Colliery Band (1983 bis 1989) und in der CWS (Glasgow) Band (1996 Britischer Meister).
Doch nicht nur in England, auch in den Vereinigten Staaten ist Steven Mead musikalisch tätig. Er ist erster Euphoniumspieler in der bedeutendsten Brass Band Nordamerikas, der professionellen Brass Band of Battle Creek.
Im Herbst dieses Jahr wird Steven Mead nach seinen Auftritten in der Schweiz, Singapur, Frankreich, England, Russland und Italien am Sonntag, 26. Oktober, mit dem Sinfonischen Blasorchester Stockach unter der Leitung von Musikdirektor Helmut Hubov zu hören sein. |
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STOCKACH INFORMIERT vom 30.05.2003
Hervorragend
Ihre herausragende Qualität stellte die Stadtmusik Stockach unter Leitung von Musikdirektor Helmut Hubov beim Wertungsspiel zum Verbandsmusikfest in Eigeltingen unter Beweis. Mit 96,3 von 100 möglichen Punkten erreichte sie in der Klasse 1 (Höchststufe für konzertante Blasmusik) das Prädikat “mit hervorragendem Erfolg teilgenommen”.
Von den 40 Orchestern aus dem gesamten Verbreitungsgebiet des Blasmusikverbandes Hegau-Bodensee waren drei Orchester, die Stadtmusik Stockach, die Stadtkapelle Geisingen (94,1 Punkte) und der Musikverein Gottmadingen (86,1 Punkte) in der Klasse 1 zum Wertungsspiel angetreten. |
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WOCHENBLATT vom 14.Mai 2003
Musikperlen im Duett
Stockach (jd). In der festlich dekorierten Stockacher Jahnhalle hatten sich viele Freunde der sinfonischen Blasmusik zum Doppelkonzert des Sinfonischen Blasorchesters Stockach und der Stadtkapelle Kirchheim unter Teck eingefunden. Ein großes Füllhorn an musikalischen Leckerbissen verhieß das Programm. Einige der Kirchheimer Musikanten und ihr Dirigent hatten vorab gute Kondition gezeigt und zur Anfahrt nach Stockach das Fahrrad gewählt. Galt es doch Sponsorengelder zu »erfahren«, um die Kasse einer Selbsthilfegruppe zu füllen. So glänzend sportlich vorbereitet, startete das Ensemble nach einleitenden Worten ins Programm mit der »Somerset Rhapsody« von Gustav Holst. Eine Variation von Morton Gould über die »Battle of Jericho« folgte dann. Die von Modest Mussorgsky dem Freund und Maler Viktor Hamann gewidmeten »Bilder einer Ausstellung« waren musikalisch so präsent, dass man glaubte, die Bilder zu sehen. Dem begeisterten Publikum wurde mit der Zugabe, dem »Badner Lied«, direkt ins musikalische Herz gespielt.
Die Stadtkapelle Stockach mit ihrem Dirigenten, Stadtmusikdirektor Helmut Hubov eröffnete nach der Pause mit »Courtly Airs und Dances« von Ron Nelson ihren Programmteil. Nach der Eröffnungsfanfare wurden fünf europäische Länder mit »Landluft und Tanz« präsentiert. Szenen aus dem 15. Jahrhundert drängten sich auf. Man sah förmlich die unterschiedlichen Landschaften, Personen und Begebenheiten vor sich. Die vorgestellte Symphonische Ouvertüre opus 81 d von Bertold Hummel ist das Pflichtstück der Stadtkapelle für das Verbandsmusikfest in Eigeltingen. Nach der Pflicht kam die Kür: das »Aspen Jubilee« von Ron Nelson. Eindrucksvoll hier die Interpretation der Gesangsparts durch die Sopranistin Gabriele Flemming. Mit diesem Konzertabend hat Stockach einmal mehr bewiesen, dass es Musikperlen an Land ziehen kann. |
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KONZERTBERICHT vom 12.05.2002
Doppelkonzert der Stadtkapelle Kirchheim unter Teck und des Sinfonischen Blasorchesters Stockach
Als das Sinfonische Blasorchester Stockach mit einem rasanten Galopp den Schlusspunkt hinter ein ebenso mitreißendes wie faszinierendes Konzertprogramm setzte, hatten die rund 350 Zuhörer in der Jahnhalle ganz unterschiedliche Fassetten sinfonischer Blasmusik kennen gelernt: gewaltige Klanggemälde mit strahlender Ausdruckskraft, feine, schwebende Melodien, von virtuosen Laienmusikern rein intoniert, Kompositionen, die mit ungewöhnlichen Effekten spielten, zum Beispiel dem gleichrangigen Einsatz vokaler und instrumentaler Stimmen, Transkriptionen klassischer Werke und groovige Jazzrhythmen.
Die Stadtkappelle Kirchheim unter Teck unter Leitung Harry D. Bath eröffnete das zweieinhalbstündige Programm des Doppelkonzerts. Das Orchester bewies mit den ersten Tönen von Saxophon und Querflöte, die wie ein Sommerhauch durch die Halle wehten, warum es in der Leistungsspitze der Deutschen Blasmusik steht: exzellent ausgebildete, junge Musiker bilden ein solides Fundament, auf dem ein herausragender Dirigent anspruchsvollste Klanggebäude errichten kann. Ein Aspekt, bei dem am Ende Bürgermeister Rainer Stolz die Parallelen zur Stadtmusik Stockach ziehen konnte.
Zweiter Aspekt, der bei dem Auftritt der Kirchheimer deutlich zutage trat. Jede Menge Harmonie und Engagement herrscht in ihren Reihen: Zehn der Musiker, unter ihnen auch Dirigent Bath kamen die 140 Kilometer nach Stockach mit der Fahrrad angeradelt. Die Aktion, groß aufgemacht in der dortigen Presse, warb für einen sozialen Zweck: die Unterstützung einer Initiative, die sexuell missbrauchten Kindern hilft.
In der Jahnhalle warben die Kirchheimer mit einer großen Stellwand für den Musikernachwuchs und an die Konzertbesucher wurde Prospektmaterial über Kirchheim unter Teck verteilt.
Doch letztendlich war die beste Werbung natürlich der musikalische Beitrag der Gäste, der nach der "Somerset Rhapsody" von Gustav Holst und dem "Jericho" von Morton Gould in dem halbstündigen Werk von Modest Moussorgsky in einer Orchesterfassung von Marc Hindsley gipfelte. Die letzten Herzen flogen den Württembergern zu, als sie als Zugabe das Badner Land spielten.
Ins 15. Jahrhundert, in die Tanzsäle der europäische Höfe, entführte das Sinfonische Blasorchester seine Zuhörer mit Ron Nelsons "Courtly Airs and Dances". Die fünf Tänze der Renaissance, schreitend im gemäßigten 3/2 und 4/4 Takt oder verspielt im 6/8 Takt charakterisierten die einzelnen Länder. Die spanische Sarabande überraschte mit dem Chor der Musiker.
Im Anschluss an diese den Zuhörern eher vertrauten Harmonien der Renaissance hielt mit der "Symphonischen Ouvertüre" von Bertold Hummel die Moderne Einzug. Das Pflichtstück für das Wertungsspiel am Sonntag beim Verbandsmusikfest in Eigeltingen, ein klanggewaltiges Werk, brauchte, nicht nur bei den Musikern, alle Konzentration, um den Eindruck der Komposition zu erfassen.
Da hatte es Ron Nelson bei seinem "Aspen Jubilee" den Zuhörern wesentlich einfacher gemacht. Das war purer Genuss beim Zuhören, wie von selbst entstand der mondäne Skiort mit all seinem Glamour und Glanz vor Augen, wobei für letzteres Gesangssolistin Gabriele Flemming sorgte. Dieser Beitrag der Stockacher, ihr Wahlstück für das anstehende Wertungsspiel, sorgte für enthusiastische Begeisterung unter den Zuhörern.
Und nochmals sang der Blasorchester – Chor. "Sang!" von Dana Wilson bildete den letzten offiziellen Programmpunkt – jazzig groovig – auch das ist sinfonische Blasmusik.
Cornelia Giebler |
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SÜDKURIER vom 16.12.2002
Stadtmusik verwandelt die Jahnhalle in festliches Ambiente
Weihnachtskonzert am Wochenende vor sehr gut gefüllter Halle - Programm durch verschiedene Musik-Epochen - Werke mehrerer berühmter Komponisten
In Kerzenlicht getaucht und von berühmten Harmonien umschmeichelt, hatte sich die spröde Atmosphäre der Jahnhalle beim Weihnachtskonzert der Stadtmusik Stockach ein adventliches Gewand gegeben. Als am Ende die zweite Zugabe, ein andächtiges "Stille Nacht", erklang, gingen die Zuhörer sehr zufrieden nach Hause: "Schön war's"!
Nur wenige Plätze waren unbesetzt geblieben in der Jahnhalle, für Musikvereins-Vorsitzenden Hugo Lehman Beleg dafür, dass in der Adventszeit ein Konzert mit "schönen Melodien" gut ankomme, ja nahezu gefordert werde. Dies bestätigte auch, restlos begeistert, Bürgermeister Rainer Stolz am Ende des Konzerts: man solle sich an Weihnachten der Musik hingeben können.
Das Programm des Weihnachtskonzerts schritt durch Musik-Epochen und stellte berühmte Werke großer Komponisten vor, vom Händel des Barock bis zu den Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts, dem Rimski-Korsakow-Schüler Prokofjew und Rachmaninow. Das 74-köpfige Orchester stellte einmal mehr seine hohe Qualität unter Beweis, zwingend geführt von Musikdirektor Helmut Hubov.
Markus Gnirß stellte die Werke einzeln vor, beschrieb Entstehung oder Inhalte. Händel, in Halle/Saale geboren und Wahlengländer komponierte sein berühmtestes Instrumentalwerk im Jahre 1717: die Wassermusik. Das Arrangement von Frank Erickson, die Suite für Blasorchester, spiegelte in ihren sechs Sätzen das Majestätische dieses Werkes großartig wider. Die Stadtmusik, allen voran das Blech als tragendes und führendes Register, musizierte ohne Schwächen. Im Zapfenstreich Nr. II von Beethoven konnten die Flöten bei den schnellen Läufen überzeugen - eine überzeugende Darbietung des eher unbekannten Marsches.
Simone Renz, 1. Klarinette, Vizedirigentin bei der Stadtmusik und Leiterin eines Orchesters in der Schweiz, dirigierte souverän die Suite aus dem Ballett "Romeo und Julia" von Sergej Prokofjew nach einem Arrangement des Niederländers Johan de Mej, welches 1987 uraufgeführt wurde. Spannungsreiche, lyrische Musik, im Arrangement mit Solopartien der Fagott, Oboe und Klarinette und einem klanggewaltigen Finale mit dem Leitmotiv der "Montagues und Capulets", der verfeindeten Familien, welches die Zuhörer fasziniert und - zunächst - wie erstarrt zurückließ. Mit "Donner und Blitz" ging es in die Pause. Walzerkönigs Strauß-Sohns Temperament trieb die Musiker voran - danach war ein Verschnaufen dringend nötig.
Der Höhepunkt im zweiten Programmteil kam gleich nach der Pause. Die "Suite aus Carmen" von Clark Mc Alister bot alle Stimmungen und Höhepunkte aus der Bizet-Oper: heißes Begehren, brennende Eifersucht, spottende Ablehnung und tragischer Tod neben stolzem Triumph. Es war die Stunde der Solisten: Jochen Fischer (Cornet) mit dem Part des Toreros, Sarah Böttinger (Oboe) mit der berühmten Arie der Carmen, Roland Stillhard (Saxophon), Yvonne Flaig (Flöte), Stefan Leute (Euphonium) und Simone Renz (Klarinette).
Mit Werken von Bedrich Smetana (Polka und Finale aus "Die verkaufte Braut") und Sergej Rachmaninows "Italienische Polka" musizierte das Orchester die böhmische Musik ebenso überzeugend wie die verspielt-fröhliche Polka des Amerikaners.
Dann ein spannungsreicher Bruch: In seinem Arrangement hatte Toshio Mashima bekannte Weihnachtsmelodien mit ineinander übergreifenden Themen und von den Musikern äußerst transparent gespielten Weihnachtstraum verwoben. (cg)
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SÜDKURIER vom 15.10.2002
Sinfonisches Blasorchester Stockach spielt bei Top-Kollegen in Kirchheim
Spitzen-Blasmusiker kommen nächstes Jahr
Auf musikalische Weise feierte Kirchheim unter Teck am Samstag das 50-jährige Landesjubiläum. In der Stadthalle konzertierten zwei sinfonische Blasorchester von musikalischer Extraklasse - das eine aus Stockach (Baden), das andere aus Kirchheim (Württemberg). Erste Freundschaftsbande wurden bei diesem Jubiläumskonzert unter den Musikern geknüpft und sollen beim Frühjahrskonzert 2003 in der Stockacher Jahnhalle verstärkt werden.
Die 72 Orchestermitglieder des Sinfonischen Blasorchesters Stockach hatten sich schon am frühen Nachmittag auf den Weg ins Württemberger Land gemacht. Nach kurzer Probe in der akustisch hervorragend angelegten Stadthalle blieb Zeit für einen Bummel durch die sehenswerte Altstadt der 38000-Seelen-Gemeinde.
In Kirchheim hat die sinfonische Blasmusik Tradition. 1974 wurde der Engländer Harry Barth dort Leiter der Stadtkapelle und führte sie konsequent in die Spitze der Deutschen Blasmusik. Beim 3. Deutschen Bundesmusikfest in Friedrichshafen wurde man Bundessieger. Dort erreichten die Stockacher das Resultat "Ausgezeichnet" in der Höchststufe. Und beim anschließenden Feiern wurden die ersten Kontakte zwischen den Musikern geknüpft. Nicht nur, weil mit Rainer Mühlherr ein ehemaliger Stockacher Posaunist in Kirchheim spielt, sondern weil hier Gleichgesinnte aufeinander trafen.
"Gleichgesinnte und Gleichgestimmte", wie es Oberbürgermeister Peter Jakob beschrieb, der das Stockacher Orchester unter Leitung von Helmut Hubov als "ebenbürtiges sinfonisches Blasorchester" begrüßte. Der Stockacher Musikdirektor hatte, wie immer, eine gelungene Literaturauswahl getroffen. Der musikalische Bogen wurde weit gespannt und der Vortrag überzeugte nicht nur in Intonation und Dynamik, sondern auch mit unerwarteten musikalischen Wendungen........
Cornelia Giebler |
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SÜDKURIER vom 13.05.2002
Bewegende Klänge, bewegte Bilder
"Klassische Filmnacht" begeisterte im Rahmen des Internationalen Bodensee-Festival
Groß war der Andrang zur "Klassischen Filmnacht" und das Publikum am Ende begeistert. Langanhaltender Applaus pointierte das Filmmusik-Event mit dem von Helmut Hubov einfühlsam wie souverän geführten Sinfonischen Blasorchester. Der von Pfiffen durchsetzte Jubel steigerte sich ohrenbetäubend, als sich vor den Zugaben zusammen mit den Instrumentalisten auch die beiden Solistinnen Barbara Mauch (Gesang) und Anna Faber (Geige) auf der Bühne verneigten. "Eine Spitzenleistung!" wird später im sich verlaufenden Publikum resümiert, "geradezu fernsehreif!" In Insiderkreisen weiss man es schon längst: das von MD Hubov geleitete Sinfonische Blasorchester hat mehr als nur einen Touch Professionalität und bürgt für ein musikalisch hohes Niveau. Im vergangenen Jahr hat es beim Bundesmusikfest in Friedrichshafen in der "Höchstkategorie" die Höchstnote "ausgezeichnet" erreicht und, wie der städtische Kulturreferent Thomas Warndorf bei seiner Begrüßungsansprache versicherte, seinen Leistungsstand seither kontinuierlich weiter ausgebaut.
Sinfonische Blasmusik mit bewegten Bildauszügen von Filmklassikern der Moderne zu vereinen war eine Idee des Dirigenten. Das Event beim Internationalen Bodenseefestival unterzubringen, war Intention des Kulturreferenten. Mitgewirkt hat das Zizenhauser Cinema-Kino, das über den Köpfen des Orchesters eine große Leinwand installiert hatte, über die allerdings immer nur zu Beginn der musikalischen Darbietungen in mehr oder weniger guter Bildqualität meist zur Musik passende Ausschnitte von Filmklassikern liefen.
Über der mit brillanten Klarinettenläufen und orchestraler Grandezza musizierten "symphonischen Suite" von Michael Kamen sah man "Robin Hood" in Gestalt von Kevin Kostner zu Pferd, zu Wasser und in dramatischen Seilschwüngen agieren.
Für "Schindlers Liste" wurde Anna Faber aus Espasingen verkabelt. Mit anrührender melancholischer Wehmut gestaltet die junge Musikerin ihren Part und während ihres zu Herzen gehenden Geigensolos wagt kaum jemand zu atmen, so ergriffen sind alle . Vor Begeisterung schier aus dem Häuschen gerät das Publikum, wenn Barbara Mauch aus Radolfzell am Mikro steht. Ihre Stimme hat lebendigen Erzählcharakter und ist wunderschön. Und ergreift mit einem Timbre, das so sanft erotisch ist wie der Samt ihres raffiniert geschlitzten roten Kleides. Mit Gershwins "But not for me" bringt sie zu "Mr. Hollands Opus" den Saal zum swingen und schlicht genial ist später ihr "When you believe" zum Zeichentrickfilm "der König der Löwen".
Mit John Williams geheimnisvoll aus dem Hintergrund getragen war das strahlende Trompetensolo des Orchestermitglieds Jochen Fischer zur leider durchweg verschwommenen Bildqualität des Films "John F. Kennedy".
Gelungen waren die Bildsequenzen aus dem Kriegsfilm mit dem Soldaten James Ryan zur sakralen Hymne für die Gefallenen von Williams. Man sah Wäsche, die an der Leine flatterte. Und in paradiesisch differenzierter Transparenz erklang über Bomben abwerfenden Flugzeugen sinfonische Musik, die unterlegt war mit einem sakralen Chor aus dem Synthesizer. Soldaten im Inferno und beim Gang über Trümmer. Kinder, die hilfesuchend ihre Arme ausstrecken, und dazu eine ehrliche, authentische Musik. Ein leiser Trommelwirbel vor dem letzten Ton, der unsisono seufzend ausklingt.
Und zum Schluss der Beifallssturm des Publikums.
Gabi Rieger |
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SÜDKURIER vom 20.02.2002
Großes Forum für die Stadtmusik
Beim Bodenseefestival trumpft Stockach mit eigenem Beitrag auf: Als "Sinfonisches Blasorchester" agiert die Stadtmusik
Stockach (eis) Das 14. Internationale Bodenseefestival steht an. Vom 4. bis 26. Mai wird es die kulturellen Aktivitäten rund um den See bestimmen. Zum zweiten Mal ist dieses Jahr Stockach mit dabei. Und da in Stockach großen Wert auf eigene Kultur-Produktion gelegt wird, tritt diesmal ein Beitrag in den Vordergrund: Die Stadtkapelle Stockach tritt als "Sinfonisches Blasorchester" auf.
Das Motto des Festivals "Klassik - Sehnsucht nach dem Schönen" setzt Stockach mit insgesamt drei Beiträgen um. Einer davon liegt Kulturchef Thomas Warndorf besonders am Herzen. Die Stockacher Stadtmusik wird am 11. Mai - erstmals als "Sinfonisches Blasorchester" - in diesem Rahmen einen großen Auftritt haben. Mit dem Thema "Klassiker auf Zelluloid", nähert sich das Orchester dem Motto des Festivals an. Gespielt wird eine große Auswahl an sinfonischer Filmmusik. Kompositionen von John Williams, Michael Kamen, Dirk Brossè, Stephen Schwartz und natürlich George Gershwin gehören zum Programm. Die dazugehörigen Filmschnipsel, zum Beispiel aus J.F.K., Harry Potter oder The Prince of Egypt, liefert das Cinema Zizenhausen. Als Solisten treten Anna Faber und Barbara Mauch auf......... .......
Aber nicht nur die Orgel hat in Stockach einen hervorragenden Klang. Die Stockacher Stadtmusik macht die Stadt ebenfalls stolz: "Die sind wirklich gut, dieses Orchester unterscheidet Stockach von allen anderen", sagt Kulturchef Thomas Warndorf über die Stockacher Musiker.
Klar, dass die Stadt mit dieser Kapelle nicht hinterm Berg halten will. Ein großes Forum bietet sie den Blasmusikern nun beim Internationalen Bodenseefestival. Insgesamt 30 000 Festivalgäste kamen im vergangenen Jahr zu insgesamt 150 Veranstaltungen. Und auch in diesem Jahr werden wieder viele Besucher erwartet. Die Karten für die einzelnen Veranstaltungen können unter der Telefonnummer (07541)72071 direkt bei der Bodensee-Festival-GmbH in Friedrichshafen bestellt werden. |
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DER TECKBOTE vom 08.02.2002
KIRCHHEIM - Die Stadtkapelle Kirchheim wird im Jubiläumsjahr des Landes mit einer eigenen Veranstaltung an den Feierlichkeiten zum 50. Bestehen teilnehmen. Mit großer Freude haben die Verantwortlichen des Kirchheimer Vereins die Zusage des Landes zur Kenntnis genommen in die offiziellen Feierlichkeiten aufgenommen zu werden. Die Veranstaltung wird in der Stadthalle Kirchheim am 12.Oktober über die Bühne gehen. Dabei kommt es zu einem Treffen zweier Blasorchester der Extraklasse. Die sinfonischen Blasorchester aus Stockach und Kirchheim werden sich in einem Doppelkonzert dem Publikum präsentieren.
Die Stadtmusik Stockach stellt eines der erfolgreichsten Blasorchester im badischen Landesteil dar, die Stadtkapelle Kirchheim wurde beim Bundesmusikfest in Friedrichshafen Sieger des Wettbewerbs und damit Deutscher Meister der sinfonischen Blasorchester. Durch das Doppelkonzert verbinden sich zwei der erfolgreichsten sinfonischen Blasorchester Deutschlands und zeigen dadurch nicht nur ihre herausragende Stellung, sondern auch wie Musik zu freundschaftlichen Beziehungen führen kann. Das musikalische Erlebnis zwischen Baden und Württemberg wird zum Programm |
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SÜDKURIER vom 17.12.2001
Stadtmusik macht Jahnhalle zum Konzerthaus
Ein "festliches Konzert" mit sinfonischer Blasmusik - Im nächsten Jahr soll Stadtmusik geteilt werden
Stockach - "Ist die Stadtkapelle Stockach im Umbruch oder am Scheideweg?" Diese Frage stellte der Vorsitzende des Stockacher Musikvereins, Hugo Lehmann, in seinen Begrüßungsworten zu Beginn des "Festlichen Konzerts" der Stadtmusik am Samstagabend. Beantworten wollte er diese Frage nach dem Konzert. Dirigent Helmut Hubov und die Damen und Herren seines Orchesters beantworteten diese Frage musikalisch. Was die 70 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung des Musikdirektors in der, trotz eisiger Kälte und der Konkurrenz von Thomas Gottschalk im Fernsehen vollbesetzten Jahnhalle boten, war Blasmusik vom Feinsten. Helmut Hubov und seine Protagonisten zeigten, dass die hervorragenden Platzierung in Friedrichshafen im Sommer diesen Jahres keine Eintagsfliege war und dass das Stockacher Orchester nicht zu unrecht seit dieser Zeit zu den besten Blasorchestern in Deutschland gehört.
Helmut Hubov ist es gelungen ein Programm zusammenzustellen das von ganz leisen Tönen bis zu heroischen Klängen, von schwerer Musik bis zu melodischen Teilen reichte. Bürgermeister Rainer Stolz meinte dazu: "Sie haben uns Klangwelten versprochen, es wurden uns jedoch Klangdimensionen geboten."
Das festliche Konzert wurde mit Musikstücken aus der ganzen Welt, unter anderem auch aus Japan und von internationalen Musikgrößen komponiert und arrangiert. So kam der "Choral" von Vasclav Nelhybel, das Stück "When Jesus Wept" (Als Jesus weinte) von William Schu- mann zur Aufführung. In diesem Stück setzten Sefan Leute am Euphonium und Jochen Fischer am Cornet als Solisten die Glanzpunkte.
Ein japanisches Stück "Gloriosa" von Yasuhide Ito zeigte die schweren Zeiten der Christianisierungsversuche in Japan auf. Virtuos und einfühlsam sorgte unter anderen Iris Laible mit ihrer Piccolo-Flöte für den typischen japanischen Sound.
Nach der Pause brillierte Willi Forster am Marimbaphon, begleitet von den Musikerinnen und Musiker des Orchesters mit "Concertino für Marimbaphon" von Alfred Reed. Nach den drei Sätzen Necturne, Scherzetto und Toccata konnte der Schweizer Künstler erst nach einer Solozugabe die Bühne verlassen.
Den Abschluss bildeten die Stücke "October" von Eric Whitacre und "Tribute To The Divine Dimension" von Fred Armbruester.
Sehr informativ und kenntnisreich führte Markus Gnirs durch das über dreistündige Programm der Superlative.
Zum Abschluss als Zugabe zeigten MD Hubov, dass auch Weihnachtslieder sehr gekonnt und arrangiert von einem Orchester dieser Güte vorgetragen werden können. Und dann gratulierte Bürgermeister Rainer Stolz dem Dirigenten und seinen Künstlern mit den Worten: "Das war nicht die Stadtkapelle, das war ein Sinfonisches Orchester der Sonderklasse." Solche Höchstleistungen gehören - so Stolz - nicht in eine "Jahnhalle" sondern in ein Konzerthaus. Mit einem Augenzwinkern musste er gleich einschränken: "Diese Aussage sollte aber keine falschen Hoffnungen erwecken."
Beim mit Spannung erwarteten Schlusswort des Vorsitzenden Hugo Lehmann platzte dann die Bombe: "Nach diesem großartigen Konzert ist klar, dass es ab dem nächsten Jahr im Musikverein Stockach neben der Stadtkapelle auch ein symphonisches Orchester geben wird." Und Lehmann weiß, dass dies kein leichter Weg wird und nur mit der Unterstützung von Sponsoren aus der Geschäftswelt von Stockach funktionieren kann.
Nach diesem entscheidenden Schritt werden dann wohl auch die Musikfreunde der klassischen und der volkstümlichen Musik wieder auf ihre Kosten kommen, die in diesem hochkarätigen Konzert den typischen Klang und die Stücke der früheren Stadtkapelle etwas vermissten. |
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